Labyrinth Kindermuseum

„Platz da! Kinder machen Stadt“ heißt die neue und interaktive Bauausstellung im Labyrinth Kindermuseum Berlin. Im Museum entsteht ein urbaner Mikrokosmos zum Mitmachen und Ausmalen, der Mädchen und Jungen dazu ermutigt, ihr Lebensumfeld in der Stadt bewusst wahrzunehmen und aktiv mitzugestalten.

Platz da! Kinder machen Stadt

Architektur und Baukultur dominieren, oftmals unbemerkt, den Alltag von großen und kleinen Stadtbewohnern. Platz da! Kinder machen Stadt lädt zum Rollenwechsel ein: In der Ausstellung vom 13. April 2014 bis 30. August 2015 übernehmen Mädchen und Jungen die Arbeit von Stadtplanern, Baumeistern, Architekten oder Straßenbauern. Beim gemeinsamen „Stadtmachen“ erleben sie kreative Schaffensprozesse und entwickeln ein Verständnis für den nachhaltigen, respektvollen Umgang mit ihrer Heimat Stadt.

Im Labyrinth Kindermuseum Berlin steht – und entsteht – eine Stadtkulisse zum Umbauen, Mitmachen und Ausmalen. An kreativen Spiel- und Lernstationen gestalten, planen und träumen Jungen und Mädchen ihre eigenen Ideen für die Stadt. Hinterhof, Altbau-Fassade, Brachfläche: Alles wartet darauf, von kreativen Kinderhänden verschönert und verändert zu werden. Dabei bahnen sich die kleinen Besucher mit Hilfe eines flexiblen Straßensystems ihre eigenen Wege durch die Ausstellung, vorbei an von Kindern entworfenen Häusern des Projektes „Building Blocks“. Die Mädchen und Jungen entdecken und erschaffen ihre Stadt neu und mit allen Sinnen, ob an den Leuchttischen im Planungsbüro, am Kran auf der Baustelle oder in der Kräuterküche von Balkonien. „Die aktive Teilnahme von Kindern am städtebaulichen Prozess ist eines der erklärten Ziele der Ausstellung. Kinder sehen die Welt – und die Stadt – mit anderen Augen und es wird Zeit, dass wir ihren Ideen mehr Beachtung schenken“, so Labyrinth-Geschäftsführerin Ursula Pischel.

Teile der Ausstellung wurden im Vorfeld zusammen mit Kindern konzipiert. In Kooperation mit der Initiative „kleine baumeister“ erarbeiteten Berliner Schulklassen in Workshops ihre Vorstellungen von Stadt. Viele Ergebnisse ließen die Ausstellungsmacherinnen in Platz da! Kinder machen Stadt einfließen. Die Ausstellung wird begleitet von einem großen Rahmenprogramm mit einem Urban-Gardening-Sommer, Kreativaktionen, Fortbildungsangeboten für Pädagogen und Themengeburtstagen. Hauptunterstützer ist der Hauptstadtkulturfonds. Die Schirmherrschaft übernimmt, Van Bo Le-Mentzel, Architekt und Erfinder der „Hartz-IV-Möbel“.

AUSSTELLUNG – Was die Besucher erwartet

Auf 1.000 qm Fläche entsteht in der Montagehalle der ehemaligen Fabrik für Zündholzmaschinen in der Osloer Straße eine Stadt-Welt zum Ausmalen, ein urbanes Mitbau-Spektakel. Baumeister, Architekt, Stadtplaner oder Straßenbauer – die Kinder entscheiden selbst, in welche Rollen sie am liebsten schlüpfen wollen. Zahlreiche Inspirationsquellen laden die kleinen Besucher zum Mitmachen, Mitspielen und Immer-wieder-neu-Gestalten ein: ob im versteckten Hinterhof, der leeren Brachfläche oder der Baustelle – an jeder Ecke gibt es Angebote, die Stadt mit anderen Augen zu entdecken.

Auf diese Stationen und Aktionen werden die kleinen und großen Besucher treffen:

Straßenbauer …

Bei der Vorbereitung zur Ausstellung dachten sich Jungen und Mädchen in Workshops völlig neue Wege für und durch die Stadt aus. An dieser Station können Kinder das Straßennetz mithilfe von bemalbaren Stadtfassaden immer wieder ganz nach ihren Wünschen neu und anders bauen. Sie erfahren dadurch, dass ihr Lebensumfeld in der Stadt verändert und weiterentwickelt werden kann. Außerdem können sie als flinke Eichhörnchen durch die Stadt huschen oder sich gemeinsam als Bus fortbewegen.

Kinderhäuser …

Für das Projekt „Building Blocks“ der Schwedischen Botschaft 2012 im Felleshus der Nordischen Botschaften entwarfen Teams aus Architekten und Schulklassen zusammen Häuser, ganz nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder. Zwei dieser Häuser, „Piggsvin“ (schwedisch für Igel) und „Buntes Schneckenhaus“, sind Teil der Ausstellung, bieten starken Aufforderungscharakter – und viele kleine Zimmer zum Entdecken und Verstecken. Die Kinder können sich hier gegenseitig Fahrscheine ausstellen oder herausfinden, welche kleinen Wesen noch in Häusern wohnen.

Stadtplaner …

Wie entsteht ein Haus, wie plant man eine Stadt? Welche Menschen sind an diesen Prozessen beteiligt? Und was ist alles nötig, um sich in einer Stadt wohlzufühlen? Im Planungsbüro entwerfen Jungen und Mädchen ihre Ideen für die Gestaltung einer lebenswerten Stadt. Dabei lernen sie Berufe aus Architektur, Bau und Stadtplanung kennen. In diesem Bereich finden auch regelmäßig wechselnde Workshops statt, in denen die Kinder dazu motiviert werden, eigene Perspektiven und Visionen zu entwickeln und ihre Stadt aktiv und kreativ mitzugestalten. Alle Workshops werden rechtzeitig auf der Website angekündigt.

Wolkenflitzer …

Die Ausstellung wurde von Beginn an zusammen mit Kindern entwickelt. In Workshops, die von der Initiative „kleine baumeister“ durchgeführt wurden, erarbeiteten die Jungen und Mädchen unter anderem Ideen zur Fortbewegung durch die Stadt. Diese Ideen waren Inspiration und wichtige Grundlage für die Ausstellungskonzeption. Der Traum einer kleinen Stadtplanerin, auf einer weichen Wolke über der Stadt zu schweben, wird an dieser Station verwirklicht. Mit weichen Kissen und Seilzügen können die Kinder hier Wolkenwettrennen veranstalten.

Baumeister …

Auf der Platz-da-Baustelle lernen die kleinen Baumeister das nötige Werkzeug kennen und erforschen unterschiedliche Materialien, die zum Bauen nötig sind. Gemeinsam arbeiten die Kinder an unterschiedlichen Bauprojekten, verschönern eine Altbau-Fassade oder stellen mit Hilfe eines Krans ein Haus fertig. Dabei erfahren sie spielerisch demokratische Entscheidungsprozesse. Die Stromnetz-Schaltzentrale vermittelt ein erstes Verständnis für Stromversorgung und Elektrizität.

Hofspieler …

Hinterhöfe sind von jeher fester Bestandteil im Alltag vieler Stadtkinder. Im Labyrinth-Hinterhof lernen die Kinder Nachbarn mit unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen kennen und erforschen Blumen und Kräuter, die man essen kann. Die Mädchen und Jungen werden ermutigt, ungenutzte Stadt-Orte, wie etwa Brachflächen, für sich zu erobern und diese mit Fantasie und Geschick lebenswert und bespielbar zu machen.

SOMMERPROGRAMM – Urban Gardening für Kinder

Grün, ja Grün – ist alles, was ich mag

Das Sommerferienprogramm 2014 im Rahmen der interaktiven Bauausstellung Platz da! Kinder machen Stadt / 14.07.– 22.08.2014, täglich von 10 bis 17.30 Uhr (So, 11 bis 17.30 Uhr)

„Urban Gardening“ für Kinder! „Grünes Leben“ in der Stadt ist in – und wichtig, für die Gesundheit, das Klima, die Artenvielfalt und den Spaß der Kinder am Spielen, Forschen und Entdecken. Warum sieht unsere Stadt so aus, wie sie aussieht? Welche grünen Orte gefallen mir? Wie sieht eine Straße aus, in der ich mich wohl fühle? Wo gibt es Besonderes zu entdecken? In den Berliner Sommerferien arbeitet das Labyrinth Kindermuseum Berlin vom 14.07. bis 22.08.2014 mit dem grünen Daumen. In wechselnden Themenwochen wird das Kindermuseum mal „überwuchert“, mal zur grünen Wohlfühloase mitten in der Stadt. Der Innenhof des Kindermuseums wird mit Rollrasen ausgestattet. Bänke, Stühle und Sonnenschirme werden mit Rankengewächsen überwuchert. Und mit den Kindern werden Kresse, Kräuter und Gewürze gesät und ein großer Rindenmulch-Pool zum Entspannen gebaut. Dazu kommen jede Menge "grüne" Aktionsspiele zum Thema „Urban Gardening“.

LABYRINTH KINDERMUSEUM BERLIN

Das Labyrinth Kindermuseum Berlin gehört seit 1997 mit jährlich 80.000 Besuchern zu den beliebtesten Kultur- und Lernorten für Kinder, Familien und Pädagogen in der Region. Ziel ist es, mit interaktiven Ausstellungen die kulturelle Bildung von Kindern im Alter von 3 bis 11 Jahren zu fördern. Die wechselnden Ausstellungen greifen gesellschaftlich aktuelle, bildungsrelevante Themen auf und orientieren sich am typisch kindlichen „Learning by doing“. Ergänzt werden die Ausstellungen u.a. durch Fortbildungen, Projekte, Veranstaltungen und den Ausstellungsverleih.

2010 konnte das in einer denkmalgeschützten Zündholzmaschinenfabrik auf dem Gelände der Fabrik Osloer Straße beheimate Kindermuseum die Besucherzahl von 1 Million seit seiner Eröffnung im September 1997 überschreiten. Inzwischen zählt das Museum über 1,25 Mio. Besucher. 2012 wurde das Museum für den internationalen „Children’s Museum Award“ als Kindermuseum des Jahres nominiert.

Labyrinth auf einen Blick:

  • Interaktive Ausstellungen – für Kinder von 3-11 Jahren

  • Fortbildungsangebote – für Pädagogen, Eltern, Interessierte

  • Projekte – für Kinder, Schulklassen, Kitas, Horte und interessierte Gruppen

  • Events – Workshops, Ferienprogramme, Feste etc.

  • Ausstellungsverleih – deutschlandweit

  • Beratung, Konzepte, externe Veranstaltungen

Weitere Informationen unter www.labyrinth-kindermuseum.de

Bilder: © Labyrinth Kindermuseum Berlin, Fotos: Ulrich Sülflow